In der heutigen globalisierten Welt sind Steuertransparenz und die Bekämpfung von Steuerhinterziehung zu zentralen Themen geworden. Griechenland hat kürzlich Maßnahmen ergriffen, um Steuerpflichtige, die im Ausland nicht deklarierte Einkünfte haben, intensiver zu kontrollieren. Tausende griechische Steuerzahler, sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen, stehen nun unter verstärkter Beobachtung. Aktuell aktiviert Griechenland eines der größten internationalen Finanzinformationsnetzwerke der Welt, um dieser Herausforderung zu begegnen.
Jährlich werden detaillierte Daten aus über 120 Ländern automatisch an die Unabhängige Behörde für Öffentliche Einnahmen (AADE) übermittelt. Diese Informationen umfassen Bankeinlagen, Zinsen, Dividenden sowie Investitionsgeschäfte und gemeinsame Kontoinhaber. Bereits jetzt hat die AADE anhand von Informationen für 2025 umfangreiche Kreuzprüfungen durchgeführt und nicht erklärte ausländische Einkünfte identifiziert. Auf 12.770 Steuerzahler wurden Steuern in Höhe von 20,7 Millionen Euro erhoben, was die Effizienz des neuen Systems unterstreicht, das dauerhaft und automatisch funktioniert, ohne vorherige Anfragen oder Benachrichtigungen.
Automatischer Informationsaustausch
Das neue System ermöglicht es, jährliche Datenflüsse zu nutzen, um sofortige Vergleiche zwischen deklariertem Einkommen und Informationen zu ausländischen Konten anzustellen. Dies verbessert die Genauigkeit der Prüfungen erheblich und vereinfacht die Identifizierung von Steuerpflichtigen, selbst wenn in verschiedenen Ländern unterschiedliche Steuernummernsysteme existieren. Diese Initiative basiert auf dem gemeinsamen Berichtsstandard der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der den automatischen Austausch von Steuerinformationen seit 2017 vorsieht.
Der OECD/G20-Standard, auf den sich alle OECD- und G20-Länder sowie nahezu alle Finanzzentren bereits 2014 geeinigt haben, ist die Grundlage für diesen automatischen Informationsaustausch. Die verschiedenen Richtlinien, bekannt als DAC (Directive on Administrative Cooperation), regeln den Austausch von Steuerdaten zwischen den Mitgliedstaaten. Diese Richtlinien umfassen unter anderem die Übermittlung von Finanzkontoinformationen und grenzüberschreitenden Steuervorbescheiden.
Kryptowährungen im Blick
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Griechenland auch Daten zu Kryptowährungsinvestitionen aus 67 Ländern erhält. Dies ermöglicht den Steuerbehörden zu überprüfen, ob Krypto-Bestände aus deklariertem Einkommen stammen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Steuerhinterziehung und Geldwäsche effektiv zu bekämpfen und die Transparenz im internationalen Finanzsystem zu erhöhen.
Der automatisierte Informationsaustausch ist nicht nur ein griechisches Phänomen. Auch in Deutschland wird der automatische Informationsaustausch nach dem OECD CRS (Common Reporting Standard) vorangetrieben, wodurch Finanzdienstleister verpflichtet sind, Informationen über Konten von Steuerausländern an nationale Behörden zu melden. Die Meldungen beinhalten Kontostände, Zins- und Dividendeneinnahmen sowie Verkaufserlöse aus Finanzgeschäften. Dies geschieht, um die Transparenz steuerrelevanter Kapitalerträge im Ausland zu erhöhen und die Steuerhinterziehung zu verhindern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kontinuierlichen Bemühungen um mehr Transparenz und den automatischen Informationsaustausch nicht nur in Griechenland, sondern auch international von großer Bedeutung sind. Die Entwicklungen in diesem Bereich werden in den kommenden Jahren entscheidend sein, um eine gerechtere Steuerpolitik zu fördern und die Integrität der Finanzsysteme zu schützen.
Für weiterführende Informationen zu diesen Themen empfehlen wir den Artikel auf Ekathimerini, die Details zum griechischen Steuerkontrollsystem bereitstellt, sowie die umfangreiche Übersicht über den automatischen Informationsaustausch auf BMF. Auch die Einführung des OECD CRS und die damit verbundenen globalen Standards können in einem Artikel auf Haufe nachgelesen werden.