Heute ist der 25.02.2026. In einer bemerkenswerten Wende hat China seine Regulierung von Kryptowährungen erneut verschärft. Besonders im Fokus stehen Stablecoins und die Tokenisierung realer Vermögenswerte. Diese Maßnahmen wurden von der Volksbank China und anderen Behörden am 6. Februar 2026 veröffentlicht und stellen die strengste Intervention seit dem Bitcoin-Verbot im Jahr 2021 dar. Die chinesischen Finanzaufsichtsbehörden sehen die wachsenden Aktivitäten mit virtuellen Vermögenswerten als Bedrohung für die Finanzstabilität und die Kontrolle über die nationale Währung.
Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, die staatliche Kontrolle über das digitale Finanzsystem zu verstärken und Risiken für die Finanzstabilität zu minimieren. Stablecoins, die an Fiat-Währungen gekoppelt sind, werden als potenzielle Gefahren für die Kontrolle der Geldmenge betrachtet. Ausländischen Anbietern ist es nun untersagt, Dienstleistungen für Stablecoins und die Tokenisierung in China anzubieten. Auch inländischen Unternehmen ist die Emission digitaler Währungen ohne staatliche Genehmigung nicht erlaubt. Diese Regelungen sind Teil eines umfassenderen Plans, um regulatorische Schlupflöcher zu schließen und die Überwachung von Aktivitäten in diesem Sektor zu verbessern [1].
Strenge Auflagen für den Markt
Die Anweisung der chinesischen Behörden hat auch den Markt für die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) in den Blick genommen, der einen Wert von etwa 24 Milliarden USD hat. Nicht genehmigte Tokenisierungsaktivitäten werden als „illegale öffentliche Wertpapierangebote“ und „unerlaubte Terminmarktgeschäfte“ klassifiziert. Unternehmen, die im Ausland tokenisieren möchten, müssen strenge Auflagen erfüllen und eine Zulassung in China erhalten. Das bedeutet, dass der Raum für genehmigte Aktivitäten zwar eingeschränkt bleibt, jedoch in einem klaren Rahmen innerhalb von staatlich genehmigten Finanzstrukturen stattfinden muss [2].
Die Volksbank von China betont, dass private digitale Vermögenswerte die staatliche Kontrolle über die Geldmenge schwächen könnten und oft Geldwäsche-Vorschriften sowie KYC-Prüfungen umgehen. Diese regulatorischen Maßnahmen sind nicht nur präventiv, sondern auch eine Reaktion auf die wachsenden Sorgen bezüglich der Finanzstabilität im Land. Peking signalisiert somit, dass die nächste Generation des digitalen Finanzsystems innerhalb staatlich kontrollierter Rahmenbedingungen bleiben soll.
Globale Implikationen und Vergleich mit den USA
Im internationalen Kontext sind Stablecoins digitale Vermögenswerte, die häufig an traditionelle Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind. In den USA wurde kürzlich der „Genius Act 2025“ unterzeichnet, der einen verbindlichen Rechtsrahmen für Stablecoins schafft und Unternehmen zur Erfüllung bestimmter regulatorischer Anforderungen verpflichtet. Diese Entwicklungen in den USA könnten potenziell die Währungshoheit im Euro-Währungsgebiet untergraben und die Nachfrage nach US-Anleihen steigern [3].
Die EU verfolgt unterdessen mit der MiCA-Verordnung einen vorsichtigeren Ansatz, der insbesondere die Finanzstabilität und den Verbraucherschutz priorisiert. Die Unterschiede in den Regulierungsansätzen zwischen China, den USA und der EU verdeutlichen die globalen Herausforderungen, die mit der Regulierung von digitalen Vermögenswerten einhergehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Regulierung in diesen wichtigen Märkten entwickeln wird und welche Auswirkungen dies auf die internationale Finanzlandschaft haben könnte.