Im dynamischen Bereich der Kryptowährungen stehen Investoren, Kunden und Prüfer vor einer Vielzahl von Risiken, die durch jüngste Ereignisse in der Branche verstärkt wurden. Die Herausforderungen bei der Prüfung von Krypto-Unternehmen sind vielfältig und betreffen nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Struktur und die Geschäftsmodelle der Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind. Steven Baum, der zu Block & Order gewechselt ist, hebt hervor, dass das Auditing von Krypto nicht aufgrund der Intransparenz, sondern wegen der Unsicherheiten außerhalb der Blockchain schwierig ist. Die Auditrisiken ergeben sich vor allem aus der Struktur der Unternehmen, den Gegenparteien und der Entscheidungsfindung außerhalb der Blockchain, und nicht direkt aus der Blockchain-Technologie selbst. Baum betont, dass bei Digital Asset Treasuries (DATs) oft keine traditionellen Geschäftsmodelle vorliegen, sondern diese häufig als bilanzielles Vehikel fungieren, das digitale Vermögenswerte hält.

Ein Beispiel für eine solche Struktur ist MicroStrategy, das zwar ein traditionelles Geschäft besitzt, während viele neuere DATs sich auf finanzielle Strategien konzentrieren, die mit ihren Vermögensbeständen verbunden sind. Für Bitcoin-fokussierte DATs ist der Erfolg nicht nur auf Preissteigerungen angewiesen, sondern erfordert auch ein tiefes Verständnis der Finanzmärkte und der Verschuldung. Das Risiko ist besonders hoch bei DATs, die nicht nur Bitcoin halten, da diese oft auf benachbarte Geschäfte angewiesen sind, um Cashflows zu generieren. Ein zentrales Anliegen ist das Kontrahentenrisiko, da viele dieser Unternehmen auf externe Dienstleister für Erträge und Verwahrung angewiesen sind. Die Transparenz der Blockchain beseitigt zwar nicht die Risiken, die aus Missmanagement oder falschen Annahmen über die Kontrolle resultieren.

Aktuelle Herausforderungen und Prüfstandards

In den letzten Jahren hat die Qualität der Prüfungen von Krypto-Unternehmen Bedenken aufgeworfen. Eine Analyse von 55 börsennotierten Krypto-Unternehmen in den USA für die Jahre 2022 und 2023 zeigt, dass viele dieser Unternehmen, insbesondere kleinere, von nicht-Big Four-Firmen geprüft wurden. Dabei ist festzustellen, dass im Jahr 2023 47 von 55 Unternehmen Verluste berichteten, was die Frage nach der Effektivität der Prüfungen aufwirft. Insbesondere die Insolvenz von FTX im November 2022, die mit der Verurteilung von CEO Sam Bankman-Fried wegen Betrugs einherging, hat die Diskussion über die Rolle der Prüfer und die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform in der Branche erneut entfacht. Die CPA Journal weist darauf hin, dass die regulatorische Unsicherheit hinsichtlich der Klassifikation von Kryptowährungen als Wertpapiere oder Rohstoffe zusätzliche Risiken für Unternehmen und deren Prüfer mit sich bringt.

Die Untersuchung zeigt, dass Auditoren vor der Annahme oder Fortführung von Mandaten die Integrität und ethischen Werte ihrer Kunden bewerten müssen, insbesondere bei risikobehafteten Klienten wie Krypto-Unternehmen. Die kürzlich eingeführten neuen Qualitätskontrollstandards für öffentliche Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, die ab Dezember 2025 gelten sollen, zielen darauf ab, die Prüfqualität zu erhöhen und das Vertrauen in die Branche zu stärken. Die Sarbanes-Oxley-Gesetzgebung verlangt zudem von US-amerikanischen Unternehmen, ihre internen Kontrollen über die Finanzberichterstattung zu bewerten und zu berichten, was für Krypto-Unternehmen von besonderer Bedeutung ist.

Ein Blick in die Zukunft der digitalen Vermögenswerte

Trotz der regulatorischen Herausforderungen und der Bedenken hinsichtlich der Prüfqualität bleibt die Nachfrage nach Kryptowährungen ungebrochen. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2024 haben 76 % der Investierenden mit über 50 % ihres Vermögens in digitalen Assets einen mittelfristigen bis langfristigen Anlagehorizont. Über 50 % der Investierenden haben mehr als 20 % ihres Vermögens in digitale Vermögenswerte investiert. Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von Krypto-Börsen sind Sicherheit, Ein- und Auszahlungsmöglichkeiten sowie Transaktionskosten. Diese Faktoren sind entscheidend, da Investierende bereit sind, höhere Transaktionskosten für Sicherheit und Serviceleistungen in Kauf zu nehmen. KPMG berichtet, dass der Anteil digitaler Vermögenswerte am Gesamtvermögen seit 2022 kontinuierlich steigt, was auf ein anhaltendes Interesse an dieser Anlageklasse hinweist.

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Insgesamt zeigt sich, dass die Branche der Kryptowährungen und die damit verbundenen Prüfungsstandards sich in einem ständigen Wandel befinden. Die Entwicklungen in der Regulierung und der Prüfungsqualität sind entscheidend, um das Vertrauen der Investoren zu stärken und die Risiken für Unternehmen in diesem dynamischen Sektor zu minimieren.