Am 20. Januar 2024 fand in Mexiko-Stadt am Zocalo eine beeindruckende Flaggenzeremonie statt, bei der die fundamentale Rolle Kanadas im Handelsabkommen CUSMA (Canada-United States-Mexico Agreement) hervorgehoben wurde. Luis Rosendo Gutierrez Romano, Mexikos Handelsstaatssekretär, erklärte, wie wichtig Kanada als Kernpartner in diesem Handelsblock ist. Im Kontext dieser engen Zusammenarbeit kündigte Mexiko eine Handelsmission nach Vancouver, Montreal und Toronto an, die vom 7. bis 9. Mai stattfinden soll. Diese Mission folgt auf eine kanadische Handelsmission, die von Handelsminister Dominic LeBlanc nach Mexiko organisiert wurde. CUSMA hat sich als schützendes Element für Kanada und Mexiko erwiesen, insbesondere in Anbetracht der Herausforderungen durch amerikanische Zölle.
Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Stabilität des Abkommens. U.S. Präsident Donald Trump äußerte Unsicherheiten über die Zukunft des CUSMA und erwägt einen möglichen Austritt aus dem Abkommen. U.S. Handelsvertreter Jamieson Greer hat bereits über separate bilaterale Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko gesprochen, was die Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern belasten könnte. Die bevorstehende CUSMA-Überprüfung im Juli 2026 könnte über die Zukunft des Abkommens entscheiden und bietet drei Optionen: Erneuerung für 16 Jahre, Rückzug oder eine jährliche Überprüfung ohne Rückzug. Historisch gesehen erinnern sich viele an ähnliche Spannungen während der ursprünglichen CUSMA-Verhandlungen, die letztendlich in einem für alle drei Länder erfolgreichen Abkommen mündeten.
Die Herausforderungen für Kanada
Am 5. März 2026 erklärte Premierminister Mark Carney, dass CUSMA „effektiv gebrochen“ sei, was auf die zunehmenden tariflichen Maßnahmen der USA zurückzuführen ist. Eine kritische Handelsüberprüfung von CUSMA ist für Juli 2026 angesetzt und könnte erhebliche Auswirkungen auf die kanadische Wirtschaft haben. Insbesondere die Sektoren der Fertigung, Landwirtschaft, Autoteile, Stahl und Aluminium sind stark betroffen. Kanadische Exporteure sind aufgefordert, die Einhaltung der CUSMA-Regeln zu überprüfen, um weiterhin von zollfreien oder reduzierten Tarifen profitieren zu können.
Die unmittelbaren Schritte für Exporteure umfassen das Zusammenstellen von Ursprungszertifikaten für Sendungen sowie das Überprüfen der korrekten Tarifklassifizierung. Zudem wird geraten, die Lieferkette auf CUSMA-Inhalte zu überprüfen und den Kontakt zu Export Development Canada (EDC) zu suchen. Ein Beispiel für die Risiken stellt ein Autozulieferer aus der Region Windsor dar, der möglicherweise aufgrund bestehender US-Zölle auf Stahl und Aluminium erheblichen Tarifbelastungen gegenübersteht. Die Sektoren, die am stärksten unter den US-Zöllen leiden, umfassen Stahl, Aluminium und Automobile, was die Arbeitsplätze in diesen Industrien zusätzlich gefährdet.
Die geopolitische Dimension
Das CUSMA, welches am 1. Juli 2020 in Kraft trat, ersetzte das seit 1994 bestehende Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA). Dieses trilaterale Handelsabkommen wurde am 30. November 2018 während des G20-Gipfels in Buenos Aires unterzeichnet. Ziel des Abkommens ist die Vertiefung des innernordamerikanischen Handels und die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen. Trotz des hohen Handelsvolumens, das 2021 etwa 1,3 Billionen USD erreichte, bestehen weiterhin politische Spannungen, die die Handelsbeziehungen belasten.
Die erste Überprüfung des Abkommens steht für 2026 an, und die Vorbereitungen dafür beginnen bereits im Januar 2025. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen und der Unsicherheiten bezüglich der US-amerikanischen Handelspolitik ist es von entscheidender Bedeutung, dass Kanada und Mexiko ihre wirtschaftlichen Beziehungen stärken und möglicherweise auch alternative Partnerschaften mit anderen Ländern verfolgen, um die Abhängigkeit vom US-Markt zu verringern. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Maßnahmen die Regierungen ergreifen, um ihre Industrien und Arbeitskräfte zu schützen.
Für weitere Informationen über die aktuellen Entwicklungen im Handelsabkommen CUSMA, besuchen Sie bitte die Quelle und die zweite Quelle. Eine umfassende Übersicht über das Abkommen finden Sie auch in der Wikipedia.