Heute ist der 12.03.2026, und die Debatte über die steuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen nimmt immer mehr Fahrt auf. Ein Bitcoin-Investor hat jüngst behauptet, dass Lobbyisten von Coinbase gegen einen vorgeschlagenen Steuererlass für Bitcoin arbeiten. Diese Vorwürfe wurden von Führungskräften der Plattform jedoch entschieden zurückgewiesen. Sie betonen, dass sie keine speziellen Steuerbefreiungen nur für Stablecoins anstreben, sondern sich für eine generelle Steuerbefreiung für alle digitalen Vermögenswerte einsetzen, einschließlich Bitcoin.

Der Streit ist besonders relevant, da in den letzten Monaten im US-Kongress Überlegungen angestellt wurden, einen Steuererlass für Bitcoin auf Stablecoins zu beschränken. Jack Dorsey, CEO von Block, hat öffentlich eine Klarstellung von Brian Armstrong, CEO von Coinbase, gefordert. Dabei wird die Kontroverse durch die Behauptungen von Marty Bent, einem Bitcoin-Befürworter, angeheizt, der sagte, dass Coinbase-Lobbyisten den US-Gesetzgebern mitgeteilt hätten, dass „niemand Bitcoin als Geld verwendet“.

Der steuerliche Hintergrund

Eine zentrale Frage in dieser Debatte ist die sogenannte „de minimis exemption“, die eine Steuerbefreiung für kleinere Krypto-Transaktionen darstellt. Ohne diese Regelung wird die Nutzung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel unpraktisch, da jede Transaktion als steuerpflichtiges Ereignis gilt. Ein aktueller bipartisaner Entwurf des Parity Act von den Vertretern Max Miller und Steven Horsford schließt Bitcoin explizit von der Steuerbefreiung aus, was im Gegensatz zu einem früheren Vorschlag von Senator Cynthia Lummis steht, der eine Steuerbefreiung für Bitcoin vorsah. Der Wandel in der Gesetzgebung begann 2025 nach der Verabschiedung des GENIUS Act.

Coinbase-Führungskräfte, darunter Brian Armstrong und Chief Policy Officer Faryar Shirzad, haben die Vorwürfe als „totale Lüge“ bezeichnet. Sie argumentieren, dass Coinbase nie gegen eine BTC-Steuerbefreiung lobbyiert habe. Diese Aussagen stehen jedoch im Kontrast zu Informationen, die darauf hindeuten, dass eine Steuererleichterung für Bitcoin derzeit nicht im Entwurf des CLARITY Act berücksichtigt ist. Stattdessen konzentriert sich die Diskussion auf Stablecoins, insbesondere USDC, das von Circle ausgegeben wird und seit 2018 in einer strategischen Beziehung zu Coinbase steht.

Regulatorische Entwicklungen in Deutschland

In Deutschland hat das Bundesministerium der Finanzen neue Vorgaben zu den ertragsteuerrechtlichen Mitwirkungs- und Aufzeichnungspflichten bei Kryptowerten erarbeitet. Diese Vorgaben zielen darauf ab, Steuerpflichtigen Hilfestellung bei der Dokumentation und Erklärung ihrer Einkünfte zu bieten. Das Ministerium hat den Begriff „virtuelle Währungen und sonstige Token“ durch „Kryptowerte“ ersetzt und plant, das BMF-Schreiben kontinuierlich zu ergänzen. Dies zeigt, dass auch in Deutschland die Regulierung von Kryptowährungen vorangetrieben wird, während gleichzeitig die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Nutzer verbessert werden sollen.

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Die unterschiedlichen Prioritäten der Krypto-Gruppen führen zu Spannungen zwischen Bitcoin- und Stablecoin-Befürwortern. Gerade diese Differenzen könnten langfristige Auswirkungen auf die rechtliche und steuerliche Landschaft für digitale Währungen haben. Die Diskussion ist also nicht nur auf den US-amerikanischen Raum beschränkt, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, die in Europa und insbesondere in Deutschland bestehen, wenn es um die Integration von Kryptowährungen in bestehende Steuersysteme geht.