Am 24. April 2024 verabschiedete das Europäische Parlament strenge neue Anti-Geldwäsche-Gesetze (AML), die die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Kryptowährungssektor grundlegend verändern werden. Ziel der neuen Regelungen ist es, effektiver gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung vorzugehen sowie die Transparenz im Krypto-Sektor zu erhöhen. Diese Maßnahmen sind Teil der umfassenden Anti-Geldwäsche-Verordnung (AMLR), die ab 2026 in Kraft treten wird und speziell auf Krypto-Dienstleister abzielt.

Gemäß der AMLR müssen Crypto Asset Service Providers (CASPs) ab dem 30. Dezember 2024 die sogenannte Travel Rule einhalten. Diese Regelung erfordert die Erfassung und Weitergabe von Sender- und Empfängerinformationen bei jeder Krypto-Transaktion, ohne dass ein Mindestbetrag festgelegt wird. Dies bedeutet, dass auch kleinere Transaktionen unter diese Regelung fallen. Krypto-Dienstleister sind verpflichtet, umfangreiche Anti-Geldwäsche-Programme zu implementieren, die unter anderem erweiterte KYC-Checks und eine lückenlose Transaktionsüberwachung umfassen. Verdächtige Aktivitäten müssen unverzüglich an die Financial Intelligence Units gemeldet werden.

Regulatorische Aufsicht und neue Behörden

Die neu geschaffene Anti-Geldwäsche- und Anti-Terrorismusfinanzierungsbehörde (AMLA) mit Sitz in Frankfurt wird ab 2026 die direkte Kontrolle über 40 hochriskante Finanzinstitute, einschließlich Krypto-Firmen, übernehmen. Diese Behörde wird nicht nur die Einhaltung der neuen Vorschriften überwachen, sondern auch die zentralisierte Aufsicht über Krypto-Unternehmen bis 2028 ausüben und einheitliche Standards schaffen. Die nationalen Aufsichtsbehörden, wie die französische AMF und die luxemburgische CSSF, werden Lizenzen vergeben und die Einhaltung der Standards regelmäßig überprüfen.

Die neuen Regelungen werden voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf Anbieter von Kryptoassets haben, insbesondere auf zentralisierte Kryptobörsen, die unter der EU Markets in Crypto-Assets (MiCA) Verordnung fallen. Für bestehende Virtual Asset Service Provider besteht die Frist bis zum 1. Juli 2026, um eine CASP-Lizenz zu beantragen. Die MiCA-Verordnung, die ebenfalls Ende 2024 in Kraft tritt, wird regulatorische Klarheit schaffen und die bestehenden Vorschriften weitgehend spiegeln.

Einführung von Self-Custody Wallets und Transparenz

Ein weiterer wichtiger Aspekt der neuen Regelungen ist die Behandlung von Self-Custody Wallets. Diese fallen unter die Travel Rule, wenn sie mit einem regulierten Anbieter verbunden sind, um sicherzustellen, dass Gelder nicht der Transparenz entzogen werden. Transaktionen über 1000 € zwischen Hosted Wallets und Self-Custody Wallets erfordern die Identifikation des Inhabers der Self-Custody Wallet. Dies stärkt die Transparenz von Finanztransaktionen und unterstützt die Behörden bei der Verfolgung verdächtiger Geldströme.

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Die EU positioniert sich mit diesen neuen Regelungen als Vorreiter in der Krypto-Regulierung und geht damit über die Empfehlungen der Financial Action Task Force (FATF) hinaus. Diese Maßnahmen sollen nicht nur das Vertrauen in den Krypto-Sektor stärken, sondern auch institutionelle Investoren anziehen, die bisher aufgrund der regulatorischen Unsicherheiten zögerten, in diesen Markt einzutreten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die kommenden Veränderungen im regulatorischen Rahmen für Krypto-Dienstleister weitreichende Konsequenzen haben werden. Die neuen Gesetze und die Überwachung durch die AMLA werden dazu beitragen, den Krypto-Sektor transparenter und sicherer zu gestalten. Dies könnte einen entscheidenden Schritt in Richtung der Akzeptanz von Kryptowährungen im Mainstream darstellen.

Für weitere Informationen zu den neuen Regelungen und ihren Auswirkungen auf den Krypto-Sektor besuchen Sie bitte die Artikel auf maresmedia.se, blockchainwelt.de und ppi-group.eu.