Heute ist der 22.02.2026. Aktuell sorgt eine politische Auseinandersetzung zwischen Ungarn, der Slowakei und der Ukraine für Schlagzeilen in der Europäischen Union. Ungarn hat angekündigt, ein geplantes EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro (106 Milliarden Dollar) an die Ukraine zu blockieren, bis der Fluss von russischem Öl durch die Druzhba-Pipeline wieder aufgenommen wird. Diese Pipeline spielt eine zentrale Rolle, da sie russisches Rohöl durch ukrainisches Gebiet nach Mitteleuropa transportiert.
Die Situation hat sich seit dem 27. Januar zugespitzt, als die russischen Öllieferungen nach Ungarn und der Slowakei aufgrund eines angeblichen Drohnenangriffs auf die Druzhba-Pipeline unterbrochen wurden. Ungarn und die Slowakei haben daraufhin eine vorübergehende Ausnahme von einer EU-Politik erhalten, die den Import von russischem Öl verbietet. Beide Länder beschuldigen die Ukraine ohne Beweise, absichtlich die Lieferungen zu blockieren. In der Folge haben Ungarn und die Slowakei diese Woche die Diesel-Lieferungen an die Ukraine eingestellt. Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó äußerte in einem Video, dass die Ukraine Ungarn „erpresst“.
Politische Spannungen und wirtschaftliche Abhängigkeiten
Die Spannungen zwischen den Ländern haben auch Auswirkungen auf die Energieversorgung. Szijjártó erklärte, dass Ungarn das EU-Darlehen blockieren werde, solange die Ukraine die Wiederaufnahme der Öllieferungen nach Ungarn behindert. Zudem haben Ungarn und die Slowakei seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 ihre russischen Öl- und Gaslieferungen aufrechterhalten oder sogar erhöht. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán betont, dass russische fossile Brennstoffe für die ungarische Wirtschaft unverzichtbar sind und hat sich immer wieder gegen EU-Sanktionen gegen Russland ausgesprochen.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat angekündigt, dass sein Land die Notstromversorgung für die Ukraine einstellen wird, falls bis Montag kein Öl durch die Druzhba-Pipeline fließt. Auch Ungarns Chef des Stabes, Gergely Gulyás, prüft die Möglichkeit, die Stromlieferungen an die Ukraine einzustellen. Nicht alle 27 EU-Länder stimmten für das 90-Milliarden-Euro-Darlehen; Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik lehnten den Plan ab, blockierten jedoch nicht das Darlehen und erhielten Schutz vor finanziellen Folgen.
EU und Russlands Energieimporte
Die aktuellen Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Energiepolitik der EU, insbesondere im Hinblick auf die Handelsbeziehungen mit Russland. Eine Studie des Forschungsinstituts CREA zeigt, dass die EU im Jahr 2024 mehr für fossile Brennstoffe aus Russland ausgegeben hat als für Finanzhilfen an die Ukraine. Der Wert der Einfuhren von Öl, Gas und Ölprodukten aus Russland sank zwar um sechs Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, jedoch überstiegen die Ausgaben für russische Energie die 18,7 Milliarden Euro, die die EU der Ukraine an Finanzhilfen gewährte. Trotz eines Rückgangs der Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen – der Anteil sank von 45 Prozent im Jahr 2021 auf 18 Prozent im Jahr 2024 – erhält Russland weiterhin ein Viertel seiner Einnahmen aus Europa.
Diese Situation wird durch die Tatsache verstärkt, dass Russland seine Handelsbeziehungen mit nicht-europäischen Partnern wie China, Indien und der Türkei gefestigt hat, die mittlerweile 74 Prozent der russischen Einnahmen aus Öl, Gas und Kohle ausmachen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Spannungen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten weiter entwickeln werden und welche Auswirkungen dies auf die EU und die Ukraine haben könnte. Für weitere Informationen zu den Energieimporten und den finanziellen Aspekten besuchen Sie die Artikel auf Barchart und Tagesschau.