In den letzten Monaten hat sich die Situation rund um Kryptowährungen in Frankreich dramatisch verändert. Immer wieder werden Angehörige von Krypto-Unternehmern ins Visier von Kriminellen genommen. Ein aktueller Vorfall, bei dem drei Männer wegen eines versuchten Überfalls auf den Chef von Binance France angeklagt wurden, verdeutlicht die bedrohliche Lage. Der Überfall ereignete sich am Donnerstag in Saint-Mandé bei Paris, als die Täter mit Handfeuerwaffen und maskiert in die Wohnung eines Paares eindrangen. Die Bewohner wurden gefangen gehalten und misshandelt, während die Angreifer gezielt nach dem Krypto-Chef suchten. Etwa 20 Kilometer entfernt attackierten sie eine andere Familie, wobei eine Frau mehrfach mit dem Griff einer Waffe geschlagen wurde. Während des Überfalls hörten die Opfer die Täter sagen, dass die Adresse „nicht die richtige“ sei. Die drei Männer, geboren in den Jahren 2004, 2005 und 2007, wurden schließlich bei ihrer Ankunft mit dem Zug in Lyon festgenommen. Seit Anfang 2022 gab es in Frankreich mehrere Überfälle auf Personen mit Verbindungen zu Kryptowährungsunternehmen, darunter auch die Entführung des Mitbegründers von Ledger, einem Krypto-Wallet-Unternehmen, im Januar und die Entführung des Vaters eines erfolgreichen Krypto-Anlegers im Mai, bei beiden Fällen wurden den Opfern Finger abgetrennt, um Lösegeldforderungen Nachdruck zu verleihen (FAZ).

Die Zunahme solcher Übergriffe ist alarmierend. In einem weiteren Vorfall in Paris versuchten vermummte Personen, die Tochter eines Unternehmers, der mit Kryptowährungen Geld verdient, zu entführen. Anwohner griffen ein und konnten Schlimmeres verhindern. Diese Angriffe sind nicht isoliert; sie sind Teil einer besorgniserregenden Entwicklung in Frankreich, in der Angriffe auf Krypto-Unternehmer in den letzten Monaten stark zugenommen haben. Im Mai wurde der Vater eines Bitcoin-Unternehmers entführt und erst drei Tage später befreit. Ein weiteres Beispiel ist der Überfall auf die Tochter eines Bitcoin-Unternehmers, bei dem Passanten eingriffen, um zu helfen. Die Polizei hat über 20 Verdächtige festgenommen und eine weitere geplante Entführung verhindert. Innenminister Bruno Retailleau kündigte an, Maßnahmen zum Schutz dieser Betroffenen einzuführen, um die Sicherheit der Krypto-Branche zu stärken (ZDF).

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für Krypto-Unternehmer

Angesichts der bedrohlichen Lage haben die französischen Behörden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für Krypto-Unternehmer und ihre Familien eingeführt. Diese Maßnahmen umfassen unter anderem einen priorisierten Zugang zu Notrufnummern der Polizei, Sicherheitsbewertungen der Wohnhäuser und spezielle Sicherheitsunterweisungen durch die Strafverfolgungsbehörden. Innenminister Bruno Retailleau sieht diese Maßnahmen als Teil einer breiteren Anstrengung zur Bekämpfung von Entführungen im Krypto-Sektor. Er betont die Notwendigkeit, spezifische Werkzeuge zur Bekämpfung dieser Art von Kriminalität zu entwickeln und hat bereits mit Vertretern der Kryptoindustrie über die Herausforderungen und Lösungen gesprochen (Cointelegraph).

In den letzten Jahren gab es über 150 Raubüberfälle oder Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen, wobei allein im Jahr 2025 23 solcher Vorfälle dokumentiert wurden. Die Branche ist besonders anfällig, da die Transparenz der Transaktionen Kriminelle anzieht und Datendiebstähle ihre Aktivitäten erleichtern. Experten warnen, dass Kriminelle häufig ihre Opfer über soziale Medien und öffentliche Veranstaltungen ausfindig machen. Aus diesem Grund wird Krypto-Unternehmern geraten, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken, wie etwa den Verzicht auf Peer-to-Peer-Geschäfte mit Unbekannten und die Vermeidung von übermäßiger Zurschaustellung von Reichtum in sozialen Medien.