Im Fall um die Prince Group hat sich die Situation dramatisch entwickelt. Rund 328.000 Bitcoin befinden sich unter der Kontrolle der USA, wie Arkham Intelligence berichtet. Ein erheblicher Teil dieser Bitcoins stammt aus der Beschlagnahmung, die mit dem kambodschanischen Unternehmer Chen Zhi in Verbindung steht. Diese Beschlagnahmung wurde im Rahmen eines Verfahrens gegen Zhi im Oktober 2025 durch die US-Behörden vollzogen und umfasst 127.271 Bitcoin. Chen Zhi, Gründer der Prince Holding Group, wird beschuldigt, ein betrügerisches Netzwerk geleitet zu haben, das weltweit Opfer durch täuschende Kryptowährungs-Investitionsschemes ausgebeutet hat.

Ein Dekret von Donald Trump, das vor einem Jahr unterzeichnet wurde, verbietet den Verkauf von Bitcoin im Staatsbesitz. Dies könnte bedeuten, dass die beschlagnahmten Bitcoin, die auch aus einem Hack der Krypto-Börse Bitfinex stammen, möglicherweise nicht an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben werden. Offizielle Informationen über den tatsächlichen Bitcoin-Besitz der USA liegen derzeit nicht vor. Ein Teil der Coins könnte sogar rechtlich unklar sein, wem sie eigentlich zustehen.

Die Rolle von Chen Zhi und die Vorwürfe

Chen Zhi wurde am 6. Januar 2026 in Kambodscha verhaftet und nach China ausgeliefert. In China steht er vor Gericht wegen schwerer Vorwürfe, die auch Betrug, Zwangsarbeit und Geldwäsche umfassen. Die US-Staatsanwälte sprechen von einer „Rekord“-Sicherstellung, die fast der Menge entspricht, die 2020 aus Chens Mining-Pool verschwunden ist. Berichten zufolge bot Chen in über 1.500 Nachrichten hohe Belohnungen für die Rückgabe der Coins an, die er als verloren betrachtete.

Das US-Justizministerium (DOJ) hat Anklage gegen ihn erhoben, doch es bleibt unklar, wie die Behörden Zugang zu den privaten Schlüsseln der beschlagnahmten Bitcoin erhielten. Ein Bericht des National Computer Virus Emergency Response Center (CVERC) in China deutet darauf hin, dass möglicherweise ein staatlicher Akteur hinter dem ursprünglichen Hack steckt.

Opfer und Entschädigung

US-amerikanische Staatsbürger gehören zu den Geschädigten des Betrugs, dessen Umfang nach Schätzungen des US-Finanzministeriums im vergangenen Jahr amerikanischen Opfern mindestens 10 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Für Rückflüsse an die Opfer wären jedoch rechtliche Klärungen der Mittelzuordnung sowie die Identifikation der Geschädigten nötig. Theoretisch könnten bis zu 15 Milliarden US-Dollar in Bitcoin viele Geschädigte teilweise entschädigen, doch derzeit gibt es keinen Rückzahlungsplan aus Washington.

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Die Situation wirft nicht nur juristische, sondern auch politische Fragen auf, insbesondere bezüglich der Herkunft der Schlüssel und der Entschädigung der Opfer. Chen Zhi wird allgemein als Krimineller angesehen, auch in China, wo die Vorwürfe ernst genommen werden. Sollte China keinen Druck auf die USA ausüben, könnten die Bitcoin voraussichtlich im Besitz der USA bleiben, abzüglich der Coins zur Entschädigung der Opfer.

Internationale Dimensionen und Ausblick

International wird die Operation als einer der größten Finanzbetrugsfälle beschrieben. Chen Zhi könnte bei einer Verurteilung bis zu 40 Jahre Gefängnis erhalten. Die Prince Holding Group, die er leitet, hat direkte Verbindungen zu Geldwäscheoperationen, und es gibt Berichte über Zwangsarbeitslager in Kambodscha, die für die Durchführung solcher Betrügereien genutzt wurden.

Die Ermittlungen laufen in Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden, einschließlich Interpol und mehreren Regierungen in Südostasien. Kambodscha wird zunehmend als Zentrum für Online-Betrugsoperationen und Kryptowährungswäsche wahrgenommen, mit über 200 Online-Betrugszentren und Casinos. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie sich diese komplexe und vielschichtige Situation weiterentwickelt.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die ausführliche Analyse auf Blocktrainer und KI-Ecke nachlesen.