In den letzten Jahren haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte in verschiedenen arabischen Ländern erheblich weiterentwickelt. Dies spiegelt sich besonders in den jüngsten rechtlichen Maßnahmen wider, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Marokko ergriffen wurden. George Sadek, ein führender ausländischer Rechtsexperte der Law Library of Congress, beleuchtet diese Entwicklungen in einem aktuellen Artikel. Der Fokus liegt auf der Schaffung von regulatorischen Strukturen, die darauf abzielen, die Aktivitäten im Bereich der virtuellen Vermögenswerte zu überwachen und zu steuern (Quelle 1).
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind hierbei besonders aktiv. Im September 2025 trat das Bundesgesetz Nr. (6) von 2025 in Kraft, das die Aufsicht über kryptobasierte Zahlungsdienste stärkt. Diese Gesetzgebung erweiterte die regulierten finanziellen Aktivitäten um Zahlungsdienste, die virtuelle Vermögenswerte nutzen. Zudem hat die Dubai Financial Services Authority (DFSA) ihre Regelungen für Krypto-Token angepasst, was ab dem 12. Januar 2026 gilt. Dies bedeutet, dass die Verantwortung für die Bewertung von Krypto-Token nun bei regulierten Unternehmen liegt, die strengen Anforderungen an Governance, Custody, Offenlegung und Compliance unterliegen.
Regulatorische Fortschritte in Jordanien und Marokko
Jordanien hat im Januar 2025 mit der Einführung der Lizenzverordnung für Anbieter von virtuellen Vermögenswerten einen wichtigen Schritt gemacht. Dieses Regelwerk legt einen klaren Rahmen für die Lizenzierung und Überwachung von Anbietern fest, die in diesem Bereich tätig sind. Ohne eine entsprechende Lizenz von der Jordanischen Wertpapierkommission darf kein Unternehmen im Bereich der virtuellen Vermögenswerte tätig sein. Die Lizenznehmer müssen strukturelle Kriterien erfüllen und fortlaufende Standards für Transparenz und Kundenschutz sicherstellen.
<pAuch Marokko zeigt Fortschritte, indem es im November 2025 den Gesetzentwurf Nr. 42.25 veröffentlicht hat, der einen rechtlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen soll. Mit diesem Entwurf wird ein klarer Fokus auf den Schutz von Investoren und die Bekämpfung von Betrug und Geldwäsche gelegt. Die Absicht, digitale Vermögenswerte formal zu regulieren, markiert einen bedeutenden politischen Kurswechsel für das Land nach Jahren restriktiver Maßnahmen.
Die Rolle der VAE als Vorreiter
Die VAE positionieren sich als führend im Bereich der digitalen Transformation im Nahen Osten, insbesondere in der Blockchain-Technologie und bei virtuellen Vermögenswerten. Die Gründung der Dubai Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) im Jahr 2022 ist ein entscheidender Schritt in diesem Prozess. VARA hat die Kernaufgaben der Lizenzierung, Regelsetzung und des Verbraucherschutzes übernommen, um eine sichere Infrastruktur für digitale Aktivitäten zu schaffen. Gleichzeitig bleibt die SCA auf Bundesebene für die Aufsicht über Krypto-Assets verantwortlich (Quelle 2).
Die Auswirkungen dieser regulatorischen Rahmenbedingungen sind vielschichtig. Sie sichern nicht nur die Marktintegrität, sondern bieten auch rechtliche Klarheit für Unternehmen, die im Bereich der digitalen Vermögenswerte tätig sind. In Anbetracht der zunehmenden Bedeutung von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum auf globaler Ebene ist es entscheidend, dass Länder wie die VAE, Jordanien und Marokko sich mit klaren Vorschriften und Richtlinien positionieren.
Globale Perspektiven und Herausforderungen
Die digitale Revolution hat nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch rechtliche Herausforderungen mit sich gebracht. In Deutschland beispielsweise unterliegen Kryptowährungen der Aufsicht der BaFin, die sie als „Rechnungseinheiten“ klassifiziert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Kryptowährungen und Blockchain-Technologie sind international noch in der Entwicklung, wobei die EU an der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) arbeitet, um einheitliche Standards zu schaffen. Die regulatorischen Ansätze variieren stark von Land zu Land, was die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Geldwäsche und Betrug im Kryptosektor unerlässlich macht (Quelle 3).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in den VAE, Jordanien und Marokko einen wichtigen Schritt in Richtung einer geregelten und transparenten Branche für digitale Vermögenswerte darstellen. Die Schaffung von klaren rechtlichen Rahmenbedingungen ist entscheidend, um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen und die Integrität der Märkte zu gewährleisten.