Die Diskussion um die Besteuerung von Kryptowährungen in den Niederlanden nimmt an Fahrt auf. Erst kürzlich haben die niederländischen Gesetzgeber ein neues Steuergesetz genehmigt, das eine 36%ige Steuer auf tatsächliche Anlageerträge vorsieht. Diese Regelung gilt nicht nur für realisierte Gewinne, sondern auch für unrealisierten Gewinne aus Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum. Das Gesetz, das als „Actual Return in Box 3 Act“ bezeichnet wird, tritt am 1. Januar 2028 in Kraft und stellt eine bedeutende Wende in der steuerlichen Behandlung von Krypto-Assets dar. Anleger müssen demnach jährlich Steuern zahlen, selbst wenn sie ihre Vermögenswerte nicht verkauft haben. Immobilien und Startup-Anteile sind von dieser neuen Mark-to-Market-Besteuerung ausgenommen.

Kritiker des Gesetzes befürchten, dass die Besteuerung von Papiergewinnen Anleger dazu zwingen könnte, ihre Vermögenswerte zu verkaufen oder in günstigere Jurisdiktionen zu ziehen. Die niederländische Regierung hingegen verteidigt die Maßnahme als notwendig, um erhebliche Einnahmeverluste zu verhindern. Erleichterungsmaßnahmen, wie eine steuerfreie jährliche Rendite für kleine Sparer und unbegrenzte Verlustvorträge über bestimmte Schwellenwerte, sollen den Anlegern helfen, Rückgänge mit zukünftigen Gewinnen auszugleichen. Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Besteuerung unrealisierten Gewinnen ein strittiges Thema unter Krypto-Befürwortern, die die wachsende Krypto-Akzeptanz in den Niederlanden sehen. Bis Oktober 2025 erreichten die indirekten Beteiligungen niederländischer Unternehmen, Institutionen und Haushalte 1,42 Milliarden USD – ein Anstieg von 96 Millionen USD im Jahr 2020.

Gesetzesvorschlag und Reaktionen

Zusätzlich zu den bereits verabschiedeten Regelungen wird ein neuer Gesetzesvorschlag zur Besteuerung unrealisierten Gewinne bei Bitcoin und Aktien erwartet, der im März 2026 verabschiedet werden soll. Der Vorschlag wird von Anlegern aus der Krypto-Sphäre stark kritisiert, da viele von ihnen eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen und ihre Bitcoin-Buchgewinne bedroht sehen. Bisher werden in europäischen Kapitalmärkten nur realisierte Gewinne besteuert, und die Diskussion über die neue Regelung wird von der Übergangsregierung auf Anregung der Grünen geführt. In der ersten Kammer wird eine Zustimmung als gesichert angesehen, während in der zweiten Kammer Widerstand zu erwarten ist.

Der Staatssekretär Eugène Heijen sieht sich mit 130 Fragen konfrontiert, was auf einen erheblichen Klärungsbedarf hinweist. Die niederländische Regierung rechnet mit jährlichen Einnahmen von 2,3 Milliarden Euro aus der Besteuerung unrealisierten Gewinnen. Anleger könnten jedoch ihr Kapital in andere europäische Länder transferieren, um der neuen Besteuerung zu entgehen, was die Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der Niederlande weiter anheizt. Immobilien-Investments würden im neuen Regime besser gestellt, da entstehender Aufwand steuerlich abzugsfähig wäre.

Folgen für Anleger und den Markt

Die Auswirkungen eines solchen Gesetzes sind nicht zu unterschätzen. Anleger müssen auf ihre tatsächlichen Renditen Steuern zahlen, selbst wenn sie ihre Krypto-Assets nicht verkaufen. Dies könnte zu Liquiditätsproblemen führen, da beispielsweise bei einem Anstieg des Wertes eines Krypto-Portfolios um 100.000 Euro 36.000 Euro Steuern anfallen, auch wenn der Markt im Folgejahr crasht. Die Regelung betrifft nicht nur Kryptowährungen, sondern auch Aktien und Anleihen und wird ab 2028 in Kraft treten.

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Insgesamt zeigt sich, dass das niederländische Parlament einen Weg einschlägt, der die steuerliche Behandlung von Krypto-Assets grundlegend verändert. Die Koalition aus D66, VVD und CDA zeigt bereits Bereitschaft für einen Systemwechsel zurück zur klassischen Kapitalertragssteuer bis zum Budget Day 2028. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf den Krypto-Markt auswirken werden und ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich die gewünschten Einnahmen generieren können.

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