Heute ist der 28.02.2026. In Südkorea sorgt ein mutmaßlicher Diebstahl von Kryptowährung, die vom National Tax Service (NTS) beschlagnahmt wurde, für Aufregung. Die Seoul Metropolitan Police Agency hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein mnemonischer Code, der als Master-Schlüssel für eine Cold Wallet diente, versehentlich veröffentlicht wurde. Diese Cold Wallet, ein physisches elektronisches Gerät zur Speicherung virtueller Vermögenswerte, wurde kurz nach der Veröffentlichung des Codes entwendet, was den Verlust von 4,8 Millionen US-Dollar an Kryptowährungen zur Folge hatte. Die Polizei begann am 27. Februar mit der Analyse des Flusses der virtuellen Vermögenswerte und verfolgt den Täter aktiv, nachdem sie eine Anfrage zur Untersuchung vom NTS erhalten hatte. In einer Pressemitteilung zur Förderung der Eintreibung von Steuerschulden wurde dieser Code ungewollt preisgegeben, was die Ermittlungen zusätzlich kompliziert.
Die National Police Agency (NPA) hat den Fall ihrer Cyberterrorismus-Abteilung zugewiesen und eine vorläufige Untersuchung eingeleitet. Es wird nun untersucht, ob der Code durch hochauflösende Fotos, die an einige Medien verteilt wurden, geleakt wurde. Mögliche Anklagen gegen einen identifizierten Verdächtigen könnten Verstöße gegen das Gesetz zur Förderung der Nutzung von Informations- und Kommunikationsnetzwerken sowie Betrug im Zusammenhang mit Computern umfassen. Interessanterweise ist dies nicht das erste Mal, dass beschlagnahmte Kryptowährung von Ermittlungsbehörden verloren geht. Im letzten Monat verlor die Gwangju District Prosecutors‘ Office eine erhebliche Menge an Bitcoins, die als Beweismittel gehalten wurden. Zudem geriet die Gangnam Police Precinct in Seoul in die Kontroversen, nachdem sie verspätet entdeckte, dass Bitcoins, die im Zusammenhang mit einem Verbrechen freiwillig eingereicht wurden, geleakt worden waren.
Erweiterte Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung
Der Vorfall ist Teil einer größeren Strategie des NTS, die Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung zu erweitern. In den letzten vier Jahren hat die Behörde über 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen beschlagnahmt und liquidiert. Krypto-Assets, die in Cold Wallets gespeichert sind, können ebenfalls beschlagnahmt werden. Das NTS plant sogar Hausdurchsuchungen sowie die Beschlagnahmung von Festplatten und Cold Wallet-Geräten, wenn der Verdacht besteht, dass Krypto-Assets offline versteckt werden. Um Steuerhinterzieher zu identifizieren, analysiert das NTS Transaktionshistorien mit Krypto-Tracking-Programmen und kann Kontoinformationen von lokalen Börsen anfordern.
Die Zahl der Krypto-Investoren in Südkorea ist bis Juni auf fast 11 Millionen gestiegen – ein Anstieg um fast 800% seit 2020. Dies führte zu einem Anstieg der Krypto-Adoption und damit auch zu mehr Fällen von steuerlicher Hinterziehung. Das NTS hat seit 2021 aktiv die Zielverfolgung von Krypto-Assets von Steuerhinterziehern aufgenommen und bereits etwa 50 Millionen US-Dollar von rund 5.700 Verdächtigen beschlagnahmt. Die Financial Intelligence Unit (FIU) meldete zudem fast 37.000 Verdachtsmeldungen von virtuellen Dienstanbietern in Südkorea bis August 2025, was auf ein zunehmendes Bewusstsein und Bemühungen zur Bekämpfung von Geldwäsche hinweist.
Einordnung und Ausblick
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Finanzbehörden zunehmend umfassende Informationen über Krypto-Aktivitäten sammeln, oft durch Daten von Börsen, internationale Abkommen und spezialisierte Software. Krypto-Investoren stehen dabei stärker im Fokus, insbesondere bei hohen Geldeingängen oder nicht erklärten Gewinnen. In Deutschland haben Steuerbehörden bereits Datenabfragen bei Krypto-Börsen durchgeführt, um mögliche Steuerhinterziehungen aufzudecken. Auch international wird der Datenaustausch durch Regelungen wie die DAC8-Richtlinie erleichtert, was die Transparenz erhöht.
Es ist wichtig zu betonen, dass Kryptowährungen nicht anonym sind; Transaktionen können mit Personen verknüpft werden, insbesondere durch KYC-Verfahren. Steuerpflichtige Ereignisse, wie Verkäufe oder der Erhalt von Coins, müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Um Steuerhinterziehung zu vermeiden, sollten Anleger ihre Gewinne korrekt versteuern und alle Transaktionen dokumentieren. Die strategische Nutzung von Haltefristen könnte zudem helfen, steuerpflichtige Gewinne zu vermeiden. Für Steuerpflichtige ist es ratsam, einen Steuerexperten hinzuzuziehen und aktiv mit den Finanzämtern zu kooperieren, um mögliche rechtliche Konsequenzen zu umgehen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Quelle [hier](https://koreajoongangdaily.joins.com/news/2026-02-28/national/socialAffairs/Police-investigate-alleged-theft-of-48-million-in-cryptocurrency-seized-by-National-Tax-Service/2533966) und [hier](https://cointelegraph.com/news/south-korea-nts-cold-wallet-tax-seizures-crypto) nachlesen.