In der heutigen Zeit nehmen Kryptowährungen eine zunehmend zentrale Rolle in der globalen Finanzlandschaft ein, insbesondere wenn es um die Umgehung von Sanktionen und die Bekämpfung von Geldwäsche geht. Ein neuer Bericht beleuchtet, wie Länder wie Russland und Iran digitale Währungen als Werkzeuge nutzen, um sich gegen internationale Restriktionen zu wappnen. Schon vor über einem Jahrzehnt wurde empfohlen, dass diese Länder ihr Geld in Bitcoin und anderen Kryptowährungen anlegen, um Sanktionen zu umgehen. Das zeigt, wie frühzeitig die Möglichkeiten erkannt wurden, die der dezentrale Charakter von Kryptowährungen bietet, da sie ohne zentrale Banken oder staatliche Kontrolle operieren.

Es wird geschätzt, dass zwischen 2005 und 2025 weltweit etwa 350 Milliarden Dollar durch solche Mittel gewaschen wurden. Besonders aktiv in diesem Bereich sind Russland, Nordkorea und Iran. Ein Beispiel ist die russische Kryptowährungsbörse Garantex, die über 100 Milliarden Dollar an Transaktionen verarbeitet hat, wobei bemerkenswerte 82 % dieses Volumens mit sanktionierten Entitäten in Verbindung stehen. In Iran haben sanktionierte Personen wie Alireza Derakhshan und Arash Estaki Alivand über 100 Millionen Dollar aus Kryptowährungen erzielt, die aus Ölexporten stammen. Dies wirft die Frage auf, wie wirksam die bisherigen Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung tatsächlich sind.

Kryptowährungen und Geldwäsche: Ein globales Problem

Ein weiterer Aspekt des Berichts ist die Rolle der USA, die in 39 von 164 untersuchten Steuer- und Geldwäschefällen beteiligt waren, was fast einem Viertel der Gesamtzahl entspricht. Im Vergleich dazu gab es in Russland nur 19 Fälle. Es wird festgestellt, dass viele dieser Verbrechen unbestraft bleiben. Von den 164 dokumentierten Fällen führten die meisten (79 %) nicht zu Verurteilungen, was die Frage nach der Verantwortung in der Geldwäsche und Steuervermeidung mit Kryptowährungen aufwirft.

Die Situation wird durch die steigende Anzahl von Verdachtsmeldungen, die sich auf Kryptowährungen beziehen, noch komplizierter. Im Jahr 2024 erreichten diese Meldungen einen neuen Höchststand. Laut dem Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) des deutschen Zolls wurden etwa 8700 Meldungen mit Kryptobezug registriert, was 3,3 Prozent aller Verdachtsmeldungen entspricht. Interessanterweise ging die Gesamtzahl der gemeldeten Verdachtsfälle zurück, was auf gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Meldesystematik hindeutet.

Die Herausforderung der digitalen Finanzströme

Die Aufsichtsbehörden richten zunehmend ihren Fokus auf die Risiken aus dem Transfer- und Verwahrgeschäft mit Kryptowährungen. Der FIU-Leiter Daniel Thelesklaf stellte einen risikobasierten Ansatz vor, der Qualität über Quantität stellt und betont, dass digitale Währungen wie Bitcoin und Ethereum eine immer größere Rolle in der Geldwäschebekämpfung spielen. Ein anschauliches Beispiel aus dem FIU-Bericht beschreibt, wie Investorengelder grenzüberschreitend über Wallets und Krypto-Börsen verschoben wurden, häufig unter Verwendung fingierter Identitäten.

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Die Herausforderung für Compliance-Verantwortliche und Institute, die mit Kryptowährungen arbeiten, besteht darin, die komplexen digitalen Finanzströme schnell zu erkennen und nachzuvollziehen. Zentrale Fragen, die sich hier stellen, sind: Ist das Geldwäsche-Compliance-Programm auf die Risiken durch Krypto-Transaktionen vorbereitet? Verfügt das Institut über notwendige Analyse-Tools und Know-how zur Überwachung digitaler Geldflüsse? Und wie kann die Compliance-Strategie an die internationale Vernetzung und neue regulatorische Änderungen angepasst werden?

Insgesamt zeigt sich, dass Kryptowährungen nicht nur eine technologische Innovation darstellen, sondern auch einen bedeutenden Einfluss auf die internationale Finanzkriminalität ausüben. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um diese Herausforderungen anzugehen und die Integrität des globalen Finanzsystems zu wahren. Die vollständigen Erkenntnisse können in dem Bericht nachgelesen werden, der unter diesem Link verfügbar ist. Weiterführende Informationen zur Geldwäschebekämpfung mit Kryptowährungen finden sich auch in der Quelle von KPMG.