Heute ist der 15.02.2026. Das Thema Stablecoins hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, und die Entwicklungen in Asien deuten darauf hin, dass diese digitalen Zahlungsmittel zunehmend in den Fokus von Regierungen und Finanzinstituten rücken. Ein Beispiel hierfür sind die Initiativen von Bank Negara Malaysia (BNM), die kürzlich Pilotprogramme im Rahmen des Digital Asset Innovation Hub (DAIH) ins Leben gerufen hat. Diese Programme konzentrieren sich auf die Forschung und Entwicklung von Stablecoins sowie tokenisierten Bankeinlagen, mit dem Ziel, grenzüberschreitende Zahlungen in malaysischen Ringgit zu ermöglichen. Partner wie die Standard Chartered Bank und CIMB Group unterstützen diese Vorhaben und könnten die zukünftige Entwicklung von Wholesale-Central-Bank-Digitalwährungen (CBDCs) beeinflussen. Mehr dazu finden Sie hier.
In Thailand wurden unterdessen die Änderungen am Derivategesetz genehmigt, die es ermöglichen, digitale Vermögenswerte als Basisinstrumente für regulierte Derivate zu verwenden. Dies soll das Marktwachstum fördern und neue Investitionsmöglichkeiten schaffen. Die thailändische SEC plant, entsprechende Regeln zu entwickeln und mit der Thailand Futures Exchange (TFEX) zusammenzuarbeiten. Südlich von Thailand hat Südkorea bereits einen Plan für 2026 vorgestellt, um Marktmanipulationen im Bereich virtueller Vermögenswerte zu untersuchen. Hierbei kommt auch der Einsatz von KI zur Analyse von Texten ins Spiel, um anomale Preisanstiege frühzeitig zu erkennen.
Globale Trends und Herausforderungen
Weltweit ist das Wachstum von Stablecoins nicht zu übersehen. In Russland wurde ein Gesetz verabschiedet, das Kryptowährungen als Eigentum anerkennt und klare Regeln für Beschlagnahmungen in Strafverfahren festlegt. Auch in Kirgisistan boomt der Kryptomarkt, wo das Transaktionsvolumen in den ersten drei Quartalen 2025 über 7,9 Milliarden USD lag und mehr Steuereinnahmen generierte als der lokale Handelsmarkt. In China wird Blockchain-Technologie genutzt, um die Nachverfolgbarkeit von grünem Strom zu verbessern, was die Integration von grünen Zertifikaten in die Kohlenstoffbilanz vorantreibt.
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Partnerschaft zwischen Nomura Holdings und Daiwa Securities mit mehreren großen Banken in Japan, um den Handel mit Stablecoins zu fördern. Ziel ist es, eine 24/7-Settlement-Lösung für Wertpapiertransaktionen auf Basis von Blockchain zu schaffen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Stablecoins nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als innovative Lösung im Finanzsektor angesehen werden.
Auswirkungen auf das Bankwesen
Das Wachstum von Stablecoins könnte erhebliche Auswirkungen auf die Strukturen und Funktionen traditioneller Banken haben. Laut einem Bericht der Federal Reserve könnte die Nachfrage nach Stablecoins die Bankeinlagen und Haftungsstrukturen beeinflussen. Insbesondere die Abhängigkeit von Bankeinlagen könnte sinken, während gleichzeitig die Kreditvergabe durch Banken unter Druck geraten könnte. Wenn immer mehr Einlagen in Stablecoins umgewandelt werden, könnte dies zu einem Rückgang der verfügbaren Mittel für Kreditvergabe führen, was insbesondere kleine und mittlere Unternehmen betrifft.
Die EZB warnt in diesem Zusammenhang vor den Risiken von Stablecoins für Banken in der Euro-Zone. Ein Wachstum von Stablecoins könnte zu einem Abfluss von Privatkunden führen, was eine wichtige Finanzierungsquelle für Banken gefährden und deren Stabilität beeinträchtigen könnte. Der Marktwert von Stablecoins hat bereits 280 Milliarden USD überschritten, und etwa 80 Prozent aller Transaktionen auf zentralisierten Krypto-Handelsplattformen werden mit Stablecoins abgewickelt. Die Hauptschwäche dieser digitalen Zahlungsmittel bleibt jedoch das Risiko eines Vertrauensverlusts bei Investoren, was zu einem Notverkauf von Reserve-Vermögenswerten führen könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass Stablecoins sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Finanzsektor mit sich bringen. Während sie innovative Ansätze zur Zahlungsabwicklung bieten, müssen Banken und Regulierungsbehörden auch die potenziellen Risiken im Auge behalten, um eine stabilere Finanzlandschaft zu gewährleisten. Die Entwicklungen in Asien und weltweit werden hierbei eine entscheidende Rolle spielen.