Heute ist der 16.02.2026. Die Finanzbehörden Hongkongs haben auf der Consensus Hong Kong 2026-Konferenz einen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungs-Permanentkontrakte angekündigt. Ziel dieses Rahmens ist es, Leitlinien für die Teilnahme von Institutionen zu schaffen und den Schutz der Anleger zu gewährleisten. Insbesondere richtet sich das Regelwerk an professionelle Investoren und führt Vorschriften für Krypto-Margin-Produkte ein. Die Hong Kong Securities and Futures Commission (SFC) hat Anforderungen für Kryptowährungsbörsen festgelegt, die Permanentkontrakte anbieten, welche keine Ablaufdaten haben. Die Börsen müssen strenge Offenlegungsanforderungen einhalten und interne Risikomanagementsysteme implementieren. Zudem ist eine regelmäßige Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden erforderlich, um Transparenz zu gewährleisten.
Um als professioneller Investor anerkannt zu werden, müssen bestimmte Eignungskriterien erfüllt werden, darunter Mindestportfoliowerte und Erfahrung im Investitionsbereich. Die SFC hat zudem Richtlinien für lizensierte Broker veröffentlicht, die Krypto-Margin-Produkte anbieten, die durch Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) abgesichert sind. Diese Richtlinien umfassen Parameter für Hebelverhältnisse und Sicherheitenanforderungen. Broker sind verpflichtet, segregierte Konten zu führen und Systeme zur Echtzeitüberwachung einzuführen. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) plant, im März 2026 die erste Lizenz für die Emission von Stablecoins zu vergeben, wobei vollständige Reserveunterlegung und regelmäßige Prüfungen für die Emittenten erforderlich sind. Dieser regulatorische Rahmen, der Permanentkontrakte, Margin-Produkte und Stablecoins umfasst, zielt darauf ab, die digitale Infrastruktur Hongkongs für Vermögenswerte auszubauen. Im Vergleich zur regulatorischen Unsicherheit in den USA und der vorsichtigen Haltung Singapurs positioniert sich Hongkong als fortschrittliche Jurisdiktion für die Entwicklung von Kryptowährungen.
Regulierung und Rahmenbedingungen
Der regulatorische Rahmen für Krypto-Margin-Darlehen und Permanentkontrakte wurde von der SFC genehmigt und ist Teil des „ASPIRe“-Programms, das sich auf Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) konzentriert. Lizenzierten Brokern ist es erlaubt, Margin-Finanzierungen anzubieten, wobei sie gleichzeitig Risikominderungsmaßnahmen umsetzen müssen. Diese Initiative soll Handelsvolumina von Offshore-Plattformen zurückgewinnen und sich an globalen Standards orientieren, wie beispielsweise den OECD-Vorgaben zur Krypto-Berichterstattung. Die SFC verfolgt mit ihrem Ansatz das Ziel, Hongkong als Krypto-Hub zu positionieren, um institutionelle Akteure anzuziehen.
Die Vorschriften für Permanentkontrakte, die gehebelte Derivate ohne Ablaufdatum darstellen, verlangen den Einsatz automatischer Liquidationstools und transparenter Preisgestaltung, wobei diese nur für professionelle Investoren gelten. Die damit verbundenen Haarstrich-Regeln sehen erhebliche Abschläge auf den Wert der Sicherheiten während extremer Marktsituationen vor. Interessanterweise dürfen nur BTC und ETH als Sicherheiten für Margin-Darlehen verwendet werden. Retail-Investoren sind vom Handel mit Permanentkontrakten ausgeschlossen, da dieser auf professionelle Investoren mit Portfolios über HK$8 Millionen (≈1 Million USD) beschränkt ist.
Europäischer Kontext und MiCAR
Die regulatorischen Entwicklungen in Hongkong stehen im Kontext der europäischen Bemühungen zur Harmonisierung des Regulierungsrahmens für Kryptowährungen, wie sie durch die neue Verordnung über Kryptowerte (MiCAR) vorangetrieben werden. MiCAR zielt darauf ab, den europäischen Markt zu regulieren und Innovationen sowie den Schutz der Finanzstabilität zu fördern. Die Verordnung, die am 20. April 2023 vom Europäischen Parlament beschlossen wurde, wird ab dem 30. Juni 2024 in Kraft treten.
MiCAR umfasst Vorschriften zu Transparenz- und Offenlegungspflichten, Zulassungspflichten sowie Aufsicht über Dienstleister von Kryptowerte. Die SFCs Regulierung in Hongkong könnte somit als ein Schritt in eine ähnliche Richtung betrachtet werden, indem sie versucht, ein sicheres und reguliertes Umfeld für digitale Vermögenswerte zu schaffen, das sowohl den Schutz der Investoren als auch die Förderung von Innovationen in der Finanztechnologie berücksichtigt. Während Hongkong sich auf den Aufbau seiner digitalen Infrastruktur konzentriert, bereitet sich Europa darauf vor, klare Leitlinien für den Umgang mit Kryptowerte zu etablieren.
Die Entwicklungen in Hongkong und Europa zeigen, dass ein regulatorischer Rahmen für digitale Vermögenswerte zunehmend an Bedeutung gewinnt und die Märkte für institutionelle Investoren attraktiver macht. Eine klare Regulierung könnte zu erheblichen Kapitalzuflüssen führen, die die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Regionen stärken.