Heute ist der 20.02.2026. Die Welt der Finanzmärkte steht vor einem bedeutenden Umbruch. Am 28. Januar 2026 hat die US Securities and Exchange Commission (SEC) eine gemeinsame Erklärung zu tokenisierten Wertpapieren veröffentlicht, die für viele in der Branche von Interesse ist. Die Erklärung zielt darauf ab, Klarheit über die Anwendung bestehender Wertpapiergesetze auf digitale Vermögenswerte und Distributed Ledger Technology (DLT) zu schaffen. Es ist wichtig zu betonen, dass die SEC keine neuen Regeln oder Ausnahmen für tokenisierte Wertpapiere schafft. Die rechtliche Charakterisierung eines Wertpapiers wird durch das technologische Format, in dem es ausgegeben, aufgezeichnet oder übertragen wird, nicht beeinflusst.

Tokenisierte Wertpapiere werden definiert als Finanzinstrumente, die bereits unter den Bundeswertpapiergesetzen als „Wertpapier“ gelten und in einem Krypto-Asset-Format (z.B. Token) vorliegen. Die Tokenisierung bezieht sich auf das Format der Ausgabe sowie auf die Methode der Aufzeichnung und Übertragung des Eigentums, ohne dass eine neue Kategorie von Wertpapieren geschaffen wird. Ein Wertpapier kann folglich in mehreren Formaten, einschließlich tokenisiertem Format, ausgegeben werden. Doch es gibt auch Herausforderungen: Für Emittenten, die dem Investment Company Act von 1940 unterliegen, kann die Ausgabe von Wertpapieren in tokenisierten Formaten Probleme mit Mehrklassenwertpapieren aufwerfen.

Kategorisierung und Modelle tokenisierter Wertpapiere

Die SEC hat tokenisierte Wertpapiere in zwei Hauptkategorien unterteilt: emittentensponserte und drittanbieter-sponserte tokenisierte Wertpapiere. Verschiedene Tokenisierungsmodelle wurden beschrieben, die sich in Struktur und Rechten der Inhaber unterscheiden. Diese Modelle werden anhand von Faktoren wie dem Herausgeber des Tokens, dem rechtlichen Interesse, das das Krypto-Asset repräsentiert, und der Art der Aufzeichnungen (onchain, offchain oder beides) differenziert. Beispiele hierfür sind emittentensponserte tokenisierte Wertpapiere mit einem onchain Master Securityholder File und drittanbieter-sponserte tokenisierte Wertpapiere, die ein offchain Master Securityholder File nutzen.

Die Erklärung betont auch, dass tokenisierte Wertpapiere denselben Bundeswertpapiergesetzen unterliegen wie traditionell formatierte Wertpapiere. Jede Ausgabe und der Verkauf eines tokenisierten Wertpapiers müssen registriert oder ausgenommen sein, wie es das Wertpapiergesetz vorschreibt. Besonders interessant sind die sogenannten synthetischen tokenisierten Wertpapiere, die besondere regulatorische Überlegungen erfordern, da sie synthetische Exposition bieten, ohne Eigentumsrechte am referenzierten Wertpapier zu übertragen.

Tokenisierung in Deutschland und ihre Herausforderungen

In Deutschland haben mehrere Großbanken bereits Kryptoverwahrlizenzen erhalten und bieten den Kauf von Kryptowährungen an. Der Prozess der Tokenisierung ermöglicht es, Rechte an Vermögenswerten in Form von fungiblen Tokens digital darzustellen. Anwendungsfälle reichen von Wertpapieren wie Aktien und Anleihen bis hin zu Sachwerten wie Immobilien und Kunst. Experten gehen davon aus, dass Kosteneinsparungen von über 25 % bei der Emission tokenisierter Vermögenswerte möglich sind, in nachgelagerten Prozessen sogar bis zu 50 %.

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Die Tokenisierung steht jedoch vor Herausforderungen. Hohe Investitions- und Umstellungskosten für DLT-basierte Marktinfrastrukturen sowie die Fragmentierung der DLT-Landschaft erschweren die Interoperabilität. Zudem fungieren traditionelle Kapitalmärkte oft als Innovationsbremse, da sie bereits bestehende Liquidität bieten. Für ein massenmarktfähiges Angebot sind wertschöpfende Use-Cases nötig, die sowohl Liquidität als auch Effizienz erhöhen, sowie die Compliance-gerechte Nutzung interoperabler DLT-Systeme und die Etablierung gemeinsamer Standards.

Zukunftsausblick und Entwicklungen

Die Zukunft der Tokenisierung sieht vielversprechend aus. Mit dem Ausbau interoperabler Infrastrukturen und der Entwicklung neuer Use-Cases wird erwartet, dass das Volumen in der Tokenisierung auf bis zu 1.500 Mrd. Euro ansteigt. Zunehmendes Vertrauen und Liquidität im Tokenisierungsgeschäft könnten die Tokenisierung von Sachwerten zusätzlich fördern. Die fortlaufenden Standardisierungsinitiativen sowie der Fokus auf Wertpapiere bieten zudem potenzielle Kostenvorteile für Anbieter.

Die jüngsten Entwicklungen in den USA sowie die Aktivitäten in Deutschland zeigen, dass die Tokenisierung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten auf dem Vormarsch ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Technologien weiterentwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Finanzmärkte haben werden. In jedem Fall ist der Bereich der tokenisierten Wertpapiere ein spannendes Feld, das sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen im Bereich tokenisierter Wertpapiere und deren rechtlicher Einordnung, werfen Sie einen Blick auf die vollständige Erklärung der SEC sowie die aktuellen Trends zur Tokenisierung von Vermögenswerten.