Indiana hat kürzlich einen bedeutenden Schritt in Richtung der Integration von Kryptowährungen in öffentliche Renten- und Sparpläne unternommen. Die Gesetzgeber des Bundesstaates haben das Gesetz (HB 1042) verabschiedet, das es öffentlichen Renten- und Sparplänen erlaubt, in Bitcoin, Kryptowährungen und krypto-verknüpfte ETFs zu investieren. Gouverneur Mike Braun wird voraussichtlich das Gesetz innerhalb der nächsten 10 Tage unterzeichnen. Dieses Gesetz verlangt von den Rentenverwaltungsbehörden und Kommissionen für aufgeschobene Vergütungen, bis zum 1. Juli 2027 Selbstverwaltungs-Brokerage-Konten mit mindestens einer Investitionsoption in Kryptowährungen anzubieten. In diesen Konten können die Teilnehmer Kryptowährungsinvestitionen auswählen, die Konten bewerten und die mit digitalen Vermögenswerten verbundenen Verwaltungsgebühren bezahlen. Kryptowährungen werden in der Gesetzgebung als virtuelle Währungen definiert, die nicht von einer zentralen Behörde ausgegeben werden und als Zahlungsmittel fungieren, wobei sie auf Verschlüsselungstechnologie basieren. Indiana reiht sich damit in andere Bundesstaaten ein, die öffentlichen Mitteln den Zugang zu digitalen Vermögenswerten ermöglichen, ein Trend, der durch die Richtlinie von Präsident Donald Trump zur Schaffung eines Bitcoin-Strategiereserves in den USA verstärkt wurde. Das neue Gesetz soll öffentlichen Angestellten und Rentnern mehr Investitionsmöglichkeiten bieten und ihnen die Verwaltung ihrer Entscheidungen ermöglichen.

Die Selbstverwaltungs-Konten ermöglichen es den Teilnehmern, Krypto neben Aktien, Anleihen und ETFs zu verwalten, wobei die Gremien Grenzen festlegen, um das Risiko zu minimieren. Die Rentenverwaltungsbehörden und Kommissionen für aufgeschobene Vergütungen überwachen die Krypto-Optionen, setzen Gebühren fest und stellen sicher, dass die Kontowerte die Marktpreise widerspiegeln. Das Gesetz standardisiert die Krypto-Angebote über staatliche Renten, aufgeschobene Vergütungsprogramme und Rentenkonten, um einen konsistenten Zugang zu digitalen Vermögenswerten zu gewährleisten. Allerdings hat die Legislative von Indiana auch beschlossen, virtuelle Währungsautomaten (Krypto-ATMs) aufgrund steigender Betrugsbedenken zu verbieten. Im Jahr 2025 verloren die Bürger in Evansville schätzungsweise 400.000 US-Dollar in Betrugsfällen, die mit Krypto-ATMs in Verbindung standen. Verstöße gegen dieses Verbot werden durch den Staatsanwalt unter dem Gesetz über irreführende Verbraucherverkäufe durchgesetzt. Dies steht im Einklang mit nationalen Bedenken über Betrug im Zusammenhang mit Krypto-ATMs, wobei das FBI für 2024 fast 11.000 Beschwerden meldete – ein Anstieg um 99 % im Vergleich zum Vorjahr und geschätzte Verluste von 240 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2025.

Schutz der Krypto-Investorenrechte

Das Gesetz HB 1042 zielt auch darauf ab, die rechtlichen Schutzmaßnahmen für Kryptowährungsnutzer zu erweitern. Es verlangt von bestimmten staatlichen Renten- und Sparplänen, eine Selbstverwaltungs-Brokerage-Option mit mindestens einer Investitionsmöglichkeit in Kryptowährungen anzubieten. Das Gesetz wurde mit 59 Stimmen für und 33 gegen den Entwurf im Parlament verabschiedet. Es soll die Rechte von Bitcoin- und Krypto-Investoren schützen, diskriminierende Krypto-Steuern verbieten und digitale Vermögenswerte in staatlichen Rentenplänen erlauben. Wenn das Gesetz unterzeichnet wird, treten die meisten Bestimmungen am 1. Juli in Kraft, während die Anforderung für die Selbstverwaltungs-Brokerage später wirksam wird. Andere Bundesstaaten wie Oklahoma und Kentucky haben bereits ähnliche Gesetze zum Schutz von Krypto-Investoren unterzeichnet. Indiens Gesetz ist jedoch einzigartig, da es Selbstverwaltungs-Brokerage-Konten für Krypto-Rentenpläne anbietet und es den Bürgern von Indiana ermöglicht, Bitcoin und digitale Vermögenswerte zum ersten Mal in ihren Rentenplänen zu halten.

Zusätzlich beschränkt das Gesetz staatliche und lokale Behörden daran, legale Krypto-Zahlungen, die Selbstverwahrung oder das Mining zu verbieten. Öffentliche Behörden, mit Ausnahme des Finanzinstituts, können keine Vorschriften erlassen, die Einzelpersonen daran hindern, digitale Vermögenswerte zu akzeptieren oder ihre Krypto-Bestände zu verwahren. Das Gesetz verbietet auch Vorschriften, die das Mining von Krypto für Unternehmen oder Einzelpersonen einschränken.

Kryptowährungen im globalen Kontext

Die Entwicklung von Kryptowährungen hat seit der Schaffung des ersten Bitcoins im Jahr 2009 rasant zugenommen. Die zugrunde liegenden Technologien und das Kryptosystem entwickeln sich schnell weiter, bleiben jedoch im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem eine kleine, isolierte Nische. Skandale, wie der Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Herbst 2022, haben die Risiken des Systems aufgezeigt. Europäische und internationale Regulierungsbehörden beobachten Kryptowährungen kontinuierlich, wobei die Risiken des Kryptosystems von dessen Größe und Vernetzung mit dem traditionellen Finanzsystem abhängen. In Deutschland beaufsichtigt die BaFin in Zusammenarbeit mit der Bundesbank die Emittenten von Stablecoins und Krypto-Dienstleistern. Die Europäische Verordnung zur Regulierung von Märkten (MiCAR) wurde am 9. Juni 2023 veröffentlicht und trat am 29. Juni 2023 in Kraft, um einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen für nicht regulierte Kryptowährungen zu schaffen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Wichtigkeit einer konsequenten und zügigen Umsetzung der Regulierung wird betont, während gleichzeitig nationale Gesetzesänderungen für MiCAR notwendig sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Regulierung auf die Akzeptanz und das Wachstum von Kryptowährungen in den USA und darüber hinaus auswirken wird, und ob die neuen Gesetze in Indiana als Modell für andere Staaten dienen werden. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und der Regulierung im Kryptobereich können in Monatsberichten der Bundesbank nachgelesen werden.