In der neuesten Ausgabe des Journals Intertax, die jetzt verfügbar ist, kommen mehrere interessante Artikel über die Besteuerung von Krypto-Assets zur Sprache. Besonders spannend ist die Diskussion darüber, ob Krypto-Assets als sogenannte ‘super Steuerparadiese’ fungieren. Laut einem eingehenden Artikel zu diesem Thema sind Krypto-Assets zwar ein Instrument zur Steuerhinterziehung, jedoch nicht effektiver als traditionelle Mittel wie Bargeld. Dies zeigt, dass die Krypto-Märkte nicht so dezentralisiert oder anonym sind, wie oft angenommen wird. Steuerbehörden können weiterhin traditionelle Mechanismen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung auch bei Krypto-Assets anwenden, was die Herausforderungen für Steuerhinterzieher erhöht.

Ein weiterer Artikel, verfasst von einem US-Steuerpraktiker in Zürich, thematisiert den Einfluss des OECD Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) auf den Krypto-Markt. Hier sind mit Widerständen von Seiten der Industrie und Investoren zu rechnen. Deshalb werden Vorschläge für verbesserte Durchsetzungsmaßnahmen zur Einhaltung von CARF diskutiert, um den Herausforderungen in diesem sich schnell entwickelnden Bereich gerecht zu werden.

Gruppenanfragen und Informationsaustausch

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Untersuchung der Nutzung von ‘Gruppenanfragen’ durch Länder, um Informationen über Krypto-Assets zu sammeln. Viele Länder im Globalen Süden stehen aufgrund administrativer Einschränkungen vor Herausforderungen und sind oft unentschlossen, wie sie mit Krypto-Assets umgehen sollen. Hier wird als Alternative zur automatischen Informationsübertragung (AEOI) die Nutzung von Gruppenanfragen vorgeschlagen. Die Methodologie zur Durchführung dieser Anfragen wird skizziert, einschließlich der rechtlichen Grundlagen, was den Ländern helfen kann, ihre Informationsquellen effizient zu nutzen.

Anlässlich des 16. Jubiläums von Bitcoin wird in einem weiteren Artikel auf die steuerliche Behandlung von Krypto-Assets reflektiert. Hierbei werden vier ungelöste Fragen behandelt: die Charakterisierung von Mining-Belohnungen, die Behandlung von Staking-Belohnungen, die steuerlichen Folgen von Blockchain-Hard-Forks sowie die Klassifizierung der Nutzung von Krypto-Assets in der DeFi-Welt. Diese Diskussion betont die Notwendigkeit von Klarheit und Konsistenz in der Besteuerung.

Friktionen im Steuerrecht

Ein Artikel beschäftigt sich auch mit der Frage, wie Rechnungslegungsstandards die Besteuerung von Krypto-Assets beeinflussen. Es werden drei Friktionen an der Schnittstelle zwischen Buchhaltung und Steuerrecht identifiziert: die Klassifikationsfriktion, die Zeitfriktion und die Bewertungsfriktion. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird ein Steuer-Rechnungslegungs-Ausrichtungsrahmen (TAAF) vorgeschlagen, der darauf abzielt, die Compliance zu vereinfachen und die Steuertransparenz in grenzüberschreitenden Kontexten zu verbessern.

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Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Steuertransparenz in Deutschland wird durch das neue Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG) eingeleitet, das voraussichtlich am 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Mit diesem Gesetz sollen umfassende Meldepflichten für Kryptowerte-Dienstleistungen, E-Geld und digitale Zentralbankwährungen eingeführt werden. Anbieter von Krypto-Dienstleistungen sind verpflichtet, detaillierte Informationen über die Transaktionen ihrer Kunden zu melden, was zur Bekämpfung grenzübergreifender Steuerhinterziehung und Geldwäsche beitragen soll. Dieses Gesetz schließt somit steuerlich problematische Lücken in Deutschland und setzt internationale Standards wie DAC 8 und CARF um.

Das BMF hat am 27. Juni 2025 die Anhörung zum Referentenentwurf für das KStTG veröffentlicht. Ab dem 1. Januar 2026 müssen Krypto-Börsen von ihren Nutzern Selbstauskünfte zu Wohnsitz, Ansässigkeitsstaat, Steueridentifikationsnummer und Geburtsdatum abfragen. Diese neuen Meldepflichten gelten für Anbieter, die in Deutschland tätig sind oder Geschäfte mit Nutzern in der EU tätigen. Die erste Jahresmeldung muss bis zum 31. Juli 2027 erfolgen, was einen bedeutenden Schritt in Richtung mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Krypto-Transaktionen für Steuerbehörden darstellt.

Die Entwicklungen in der Besteuerung und Regulierung von Krypto-Assets zeigen, dass der rechtliche Rahmen ständig im Wandel ist. Die Herausforderungen, die sich aus der Digitalisierung und der Nutzung von Krypto-Assets ergeben, erfordern neue Ansätze und eine enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ländern und Institutionen.